R wie Rapport im Makerist Nählexikon - Powered by Prym

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Eigentlich ist ein Rapport nichts anderes, als ein Muster, recht simpel also, schließlich haben wir alle schon einmal einen gemusterten Stoff gesehen. Trotzdem lohnt es sich genauer hinzuschauen, denn ein Rapport ist heute nicht mehr nur das, was er früher war. Rapportstoffe sind hoch im Kurs. Bevor wir uns aber den neuen Favoriten im Nähzimmer widmen, geht’s an den klassischen Rapport.

Rapport = Muster

So einfach ist das - jedenfalls im traditionellen Sinn, denn auch der willkürlichste Look ist am Ende ein Rapport, der sich immer wieder wiederholt und so eine Oberfläche kreiert. Der Rapport ist dabei ganz konkret der Musterbereich, der immer wieder genommen und vertikal und horizontal über die gesamte Oberfläche eures Stoffes kopiert und eingesetzt wird.

Der Rapport kann auf euren Stoff aufgetragen sein, zum Beispiel durch Prints, Stickereien und ähnliches. Er kann aber auch in den Stoff eingearbeitet sein, eingewebt oder gestrickt. Ob Farbe oder Muster den Rapport sichtbar machen ist dabei gleich.

Was gibt es beim Nähen mit Rappots zu beachten?

Der Einsatz des Rapports trägt maßgeblich zum Look des gesamten Nähstückes bei. Ein “falsch” gesetzter Rapport kann euch das ganze Stück zerstören. Muss er aber nicht, denn es gibt durchaus Unterschiede zwischen verschiedenen Rapports und Nutzungsmöglichkeiten. Wir haben 3 Tipps darüber gesammelt, was es beim Nähen mit Rapportstoffen zu beachten gibt.

  • Beachtet die Richtung eures Rapports: Manche Muster haben eine Richtung. Das haben wir uns im Video zum Thema Fadenlauf bereits angeschaut. Diese Richtung muss auf jeden Fall beachtet werden. Gerade wenn es Motive sind, die tatsächlich auf dem Kopf stehen können. Achtet also unbedingt darauf, dass eure Schnittteile in der richtigen Richtung zugeschnitten sind.

  • Beachtet die Größe eures Rapports: ein wuseliger kleiner Rapport wirkt komplett anders, als ein grober großflächiger. Gerade bei besonders großen Rapports und großen Projekten, wie zum Beispiel Vorhängen, kann es passieren, dass ihr mehr Stoff benötigt als erwartet, um den Rapport gleichmäßig anzusetzen und zuzuschneiden.

  • Macht euch den Rapport beim Zuschnitt zu Nutze: Wiederkehrende Elemente auf dem Stoff können euch dabei helfen gerade Kanten zu schneiden, Knopflöcher gleichmäßig zu setzen oder einen Bruch sauber zu legen. Manche Muster laden sogar dazu ein, auch die Nähte entlang des Rapports zu setzen. Ein längs gestreifter Gürtel zum Beispiel, lässt sich ganz hervorragend nähen, wenn ihr euch einfach an die Kanten der Steifen haltet.

  • Wählt Rapport und Nähprojekt passend aus: Mancher Rapport ist einfach nicht geeignet für manches Kleidungsstück. Achtet darauf, dass ein Rapport gut auf euren Schnittteilen zur Geltung kommt. Das kann bedeuten, dass er zum Beispiel klein genug sein kann, um in seiner Wiederholung immer wieder gut erkennbar zu sein oder groß und abstrakt genug, um auch ohne Wiederholung eine ebene Oberfläche zu bieten.

Rapport heute

Wer heute im Stoffhandel nach einem Rapportstoff fragt, wird wahrscheinlich nicht einfach zu den guten alten Musterstoffen geleitet. Gerade bei Bekleidungsstoffen wie Jersey und Sweat, fällt der Rapport heute nämlich ganz anders aus. Im Video zeigt Bettina einen Rapport auf einem Avalana-Sweat. Darauf ist nicht einfach ein Muster zu erkennen. Der Rapport ist hier vielmehr eine volle Stoffbreite mit unterschiedlichen Mustern und Motiven im selben Stil. Die verschiedenen Musterabschnitte können wunderbar kombiniert werden und eignen sich hervorragend für Baby- und Kinderkleidung.