Heute im Makerist Nählexikon - V wie versäubern

Die einen finden’s nervig, die anderen sagen, es ist essentiell: das Versäubern.

Was bedeutet versäubern beim Nähen?

Easy: versäubern heißt, dass ihr eure Stoffkanten so präpariert, dass sie nicht ausfransen können. So sieht euer Nähstück auch auf der linken oder der Innenseite sauber aus.

Wie versäubert man?

Die gängigste Variante ist ein einfacher Zickzackstich mit der Haushaltsmaschine über die offenen Stoffkanten eurer Schnitteile. Dabei muss eure Nadel immer einmal in den Stoff stechen und einmal daneben. Diese Naht verhindert, dass euer Stoff ausfranst und sichert somit auch eure Nähte.

Warum wird versäubert?

Es geht nämlich einerseits natürlich darum, dass eure Stoffkanten ordentlich und schön aussehen, andererseits verhindert ihr mit diesem einfachen Mittel, dass die Kanten ausfransen und so eventuell eure Nähte irgendwann in Gefahr geraten sich zu lösen. Dabei geht es in der Regel von Webwaren. Jerseys müssen aufgrund ihrer Maschenstruktur überhaupt nicht versäubert werden. Die Maschen können nicht ausfransen.

Über die Notwendigkeit des Versäubers scheiden sich die Geister. Viele NäherInnen sind sichtlich genervt von diesem Arbeitsschritt und einige andere Näher und Näherinnen versäubert immer alles. Im Näh Café auf Youtube seht ihr in der Regel viele offene Kanten, was daran liegt, dass Bettina sich hier ein wenig Zeit sparen möchte - frei nach dem Motto: Weniger versäubern, mehr Zeit für neue Nähprojekte! Wenn ihr allerdings schonmal mit Bettina genäht habt, wisst ihr, wie gern sie ordentlich und sauber näht. Das gilt auch für’s Versäubern, wobei sie da gern Kompromisse macht. Und die sehen wie folgt aus:

Wo muss unbedingt versäubert werden?

Offene Stoffkanten, die links, aber nicht innen liegen müssen unbedingt versäubert werden. Diese Kanten sind Reibung ausgesetzt und werden davon auf Dauer angegriffen und fransen aus. Wenn ihr euch beispielsweise eine Hemdbluse näht, ist es absolut essentiell. dass alle sichtbaren Kanten versäubert werden.

Wo könnt ihr Kompromisse beim Versäubern machen?

Bei innenliegenden Nähten darf die Stoffkante auch offen bleiben. Nähstücke, die zum Schluss durch eine Wendeöffnung gewendet und verschlossen werden, haben in der Regel außen keine sichtfbare und somit auch keine angreifbare Kante mehr. Die innenliegenden Nähte liegen sicher zwischen euren Stoffschichten und fransen in der Regel nicht aus. Da könnt ihr euch das Versäubern ruhig sparen.

Weitere Arten zu versäubern

Neben dem klassischen Zickzackstich zum Versäubern, könnt ihr auch andere Varianten und Techniken nutzen oder mit Stoffen arbeiten, die gar nicht versäubert werden müssen. Im Näh Café hat Bettina sich diesem Thema schon einmal etwas ausführlicher angenommen im Video 6 Arten Stoffkanten zu versäubern. Das geht nämlich auch mit der Overlock, doppelt eingeschlagenen Säumen oder einer französischen Naht.

Mehr Nähwissen findet ihr im Inhaltsverzeichnis unseres Nählexikons - Powered by Prym. Klickt euch direkt mal rüber und lasst euch inspirieren!

Kennt ihr schon die Makerist Video-Kurse?