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Materialkunde

Materialkunde: Plotter

von Bettina am 26.12.2016

Bestimmt hast du schon mal von ihm gehört und vielleicht hast du eine vage Idee, was er alles kann: der Plotter! Um dir dieses Multifunktionswunder genauer vorzustellen, haben wir uns Verstärkung von Makerist-Anleitungsdesignerin und Bloggerin Jessy alias Khanysha geholt! Hier fasst Jessy für dich zusammen, was du mit einem Plotter so anstellen kannst!

Cover

Plotter? Drucker? Was ist das eigentlich?

Ein Plotter ist ein Ausgabegerät und einem Drucker sehr ähnlich. Der Unterschied: Während der Drucker eine Grafik mit Bildpunkten nachzeichnet, kann der Plotter nur Vektorgrafiken nachzeichnen, genauer gesagt nachschneiden. Große, industrielle Plotter werden in Architekturbüros und in der Außenwerbung genutzt. Du hast mit Sicherheit schon Firmenschilder oder Autobeschriftungen gesehen, die mit Hilfe eines großen Schneideplotters hergestellt wurden. In letzter Zeit verbreitet sich der Plotter aber auch im Handarbeits- und Hobbybereich. Hier ist er allerdings viel kleiner als der große Bruder in der Industrie. Die Geräte von Brother oder Silhouette sind in ihrer Größe mit gängigen Druckern vergleichbar und sind auch um einiges günstiger, als die großen Varianten im Gewerbe.

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Was macht ein Plotter?

Ein Plotter schneidet - und zwar sehr viel: Vom Zuschnitt feiner Schablonen, bis hin zu dekorativen Holzelementen - je nach Plotter können nämlich Materialien mit bis zu 8 mm Stärke geschnitten werden.

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Und wie funktioniert das?

Der Plotter arbeitet im Grunde nicht anders, als du es mit der Hand tun würdest: Mit seinem Messer schneidet er Linien durch ein Material, das auf einer Schneidematte liegt. Der große Unterschied liegt darin, dass das Material auf einer leicht klebenden Schneidematte liegt, so dass es nicht verrutscht. So kann das Messer sehr präzise die in der Plotterdatei vorgegebenen Linien nachfahren. Messer und Schneidematte sind übrigens Verschleißteile, die du bei deinem Plotter immer mal wieder ersetzen musst.

Infobox

Sollen Textilien veredelt werden, benötigt man sogenannte Textilfolien sowie bedruckbare Folien. Darüber hinaus gibt es noch viele Spezialfolien. Für Dekorationen verwendet man selbstklebende Folien, wie zum Beispiel Vinylfolien, Tafelfolien oder eine Schablonenfolie. Bei selbstklebenden Folien benötigt man noch eine Transferfolie, auf die das Motiv zuerst aufgenommen wird um es dann auf das Objekt zu übertragen. Auch Papier, Stoff - sogar Wachsplatten und dünne Fondantplatten, SnapPap und vieles mehr lassen sich mit einem Plotter schneiden.

Was ist zu beachten?

Gerade wenn du deinen Plotter für verschiedene Materialien nutzen willst, musst du einige Regeln beachten. So macht es zum Beispiel Sinn, sich gleich mehrere Messer zuzulegen, da unterschiedliche Materialien die Messer auch unterschiedlich stark abstumpfen. Einmal mit dem Stoffmesser ins Papier zu schneiden, kann das Messer für Stoff nutzlos machen. Wenn du vor allem Kleidungsstücke mit Textilfolien veredeln willst, lohnt es sich zusätzlich zum Plotter und hochwertigen Textilfolien, auch eine Bügelpresse zu kaufen. Diese kann den physischen Druck auf die Textilfolien viel gleichmäßiger verteilen und erzielt deutlich bessere Ergebnisse beim Aufbügeln auf Stoff als ein herkömmliches Bügeleisen.

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Und was kostet der Spaß?

Einen Schneideplotter gibt es bereits ab ca. 180 Euro. Die größeren Hobbymodelle liegen bei rund 300 Euro bis 350 Euro. Dazu kommen natürlich noch die Kosten für Verbrauchsmaterial wie zum Beispiel Papier, Textilfolien, Vinylfolien und sonstiges Stempelmaterial. Verschleißmaterial wie Matten und Messer liegen bei ca. 15 Euro pro Stück. Eine Textilpresse ist bereits ab rund 170 Euro erhältlich.

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Die Plotterdatei

Wenn du mit deinem Plotter vor allem eigene Designs umsetzen willst, geht die Arbeit schon lange vor dem eigentlichen Plotten für dich los: Du musst eine Plotterdatei erstellen. Für Hobbygeräte gibt es zugehörige kostenlose Grafikprogramme, mit denen du die benötigten Vektorgrafiken erstellen kannst. Auch Pixelgrafiken lassen sich hiermit umwandeln, so dass der Plotter sie ausgeben kann. Wer Plotterdateien für die kommerzielle Nutzung erstellen möchte, sollte mit einem professionellen Vektorprogramm wie zum Beispiel Adobe Illustrator arbeiten. Damit können die fertigen Dateien in die entsprechenden Formate exportiert werden, die dann mit den Standard-Plotterprogrammen geöffnet werden können.

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Checkliste für das erste eigene Plotterdesign:

Generell gilt: Trau dich, auch mal etwas auszuprobieren! Es kann nichts schiefgehen und gerade als Anfänger lernst du aus jedem Entwurf und wirst dich später über perfekte Ergebnisse freuen!

1. Motiv wählen oder erstellen
2. Motiv eventuell spiegeln (gerade bei Textilfolien ist das zu beachten)
3. Schneideeinstellungen korrekt auswählen
4. Schneidematte mit Material einlegen (wenn die Folie einen Träger hat, immer mit dem Täger nach unten auf die Matte kleben)
5. Plotten
6. Entgittern - all die Materialteile entfernen, die nicht zum Motiv gehören
7. Abnehmen - mit dem Träger von der Matte nehmen oder mit Transferfolie abnehmen
8. Anbringen oder Weiterverarbeiten - beim Aufpressen oder Aufbügeln unbedingt an Backpapier oder Teflonpapier zum Zwischenlegen denken, um das Bügeleisen zu schonen

Wir stellen vor

Das ist Khanysha!

Jessy ist großer Plotter-Fan: “Man hat einfach unzählige Möglichkeiten, die man sehr schnell und einfach umsetzen kann. Egal ob im Papier-, Deko- oder Textilbereich. Im Gegensatz zum Sticken ist man nicht auf fremde Dateien angewiesen, sondern kann mit ein bisschen Übung sehr vieles ganz alleine hinbekommen.”  Hier kannst du Jessys Plotterdesigns finden - und schaue auch auf ihrem Blog vorbei.

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